Bestellvorschlag
Der Bestellvorschlag beantwortet für jeden Lieferanten die Frage: Was muss ich jetzt nachbestellen — und wie viel? Flowkom schaut dafür auf die echten Verkäufe der Vergangenheit, rechnet daraus den Tagesverbrauch pro Artikel hoch und zieht alles ab, was schon da ist oder bereits unterwegs ist. Du findest ihn unter Einkauf → Bestellvorschlag.
So benutzt du ihn
- Lieferant wählen — der Vorschlag rechnet immer pro Lieferant, weil du am Ende genau dort bestellst. Es erscheinen nur Artikel, die diesem Lieferanten zugeordnet sind.
- Analysezeitraum (Tage) — wie weit Flowkom in die Vergangenheit schaut, um den Verbrauch zu ermitteln. 30 Tage sind ein guter Start; bei stark schwankendem Absatz lieber 60–90 Tage. Ein kurzer Zeitraum reagiert schnell auf einen Trend, rechnet aber auch eine einzelne starke Woche auf den ganzen Prognosezeitraum hoch.
- Prognosezeitraum (Tage) — für wie viele Tage in die Zukunft der Vorrat reichen soll. Bei Seefracht aus Asien (Produktion + Transport + Puffer) sind 180–240 Tage üblich, bei EU-Lieferanten reichen oft 30–60.
- Vorschlag berechnen klicken.
Die drei Optionen
| Option | Was sie tut | Empfehlung |
|---|---|---|
| Im-Zulauf-Bestand einbeziehen | Mengen aus offenen Lieferantenbestellungen (Status Entwurf, Genehmigung ausstehend, Genehmigt, Verschickt, Teilweise erhalten) werden vom Vorschlag abgezogen — egal bei welchem Lieferanten bestellt wurde. | An lassen. Sonst bestellst du Ware doppelt, die schon auf dem Wasser ist. |
| Mengen auf Einkaufsliste einbeziehen | Was für diesen Lieferanten bereits auf der Einkaufsliste steht, wird abgezogen. | An lassen. Damit kannst du den Vorschlag mehrfach durchlaufen, ohne Mengen doppelt zu sammeln. |
| Nur Tage mit Bestand berücksichtigen | Der Tagesverbrauch wird nur über die Tage gemittelt, an denen der Artikel tatsächlich auf Lager war. | Einschalten, wenn ein Artikel im Analysezeitraum zeitweise ausverkauft war — sonst wird sein Verbrauch unterschätzt (an Ausverkauft-Tagen konnte ja niemand kaufen). War der Artikel an jedem Tag auf Lager, ändert die Option nichts. |
Wie die Menge berechnet wird
Die Formel dahinter ist bewusst einfach und nachvollziehbar:
Vorgeschlagene Menge = Ø Tagesverbrauch × (Prognosetage + Lieferzeit) − verfügbarer Bestand − Im Zulauf − Auf Einkaufsliste (nie unter 0)
Dabei gilt:
- Lieferzeit: Ist am Lieferanten-Artikel eine Lieferzeit gepflegt, wird sie automatisch auf den Prognosezeitraum aufgeschlagen — die Bestellung muss ja auch die Wartezeit bis zum Eintreffen überbrücken.
- Verfügbarer Bestand: aktueller Bestand minus der Einheiten in Kundenaufträgen, die noch nicht versendet sind (Offen, In Bearbeitung, Gepickt). Diese Ware liegt zwar noch im Regal, ist aber schon verkauft — sie darf den Vorschlag nicht drücken. FBA-Aufträge zählen hier nicht, ihren Bestand führt Amazon.
- Rückstand: Ist mehr verkauft, als im Lager liegt, wird der verfügbare Bestand negativ und das Fehlende kommt zusätzlich auf den Vorschlag. Beispiel: Bestand 0, 50 Stück offen verkauft, Bedarf 30 → Vorschlag 80.
Reichweite
Die Spalte Reichweite zeigt pro Artikel, bis wann der verfügbare Bestand voraussichtlich reicht („reicht bis 24.08.”). Sie wird rot, wenn der Bestand ausgeht, bevor eine heute ausgelöste Bestellung eintreffen würde — dann ist es höchste Zeit. „∞” heißt: im Analysezeitraum gab es keinen Verbrauch.
Mengen anpassen
Die vorgeschlagene Menge ist direkt in der Tabelle editierbar. Unterschreitest du die Mindestbestellmenge (MOQ), warnt Flowkom, blockiert aber nicht. „Auf Einkaufsliste” übernimmt deine angepassten Mengen.
Die einzelnen Bausteine:
- Ø Tagesverbrauch kommt aus deinen echten Kundenbestellungen im Analysezeitraum — nicht aus Lagerbuchungen. Stornierte und vollständig erstattete Aufträge zählen nicht mit. Verkäufst du ein Bundle, zählt der Verbrauch automatisch auf die enthaltenen Komponenten.
- Aktueller Bestand ist die Gesamt-Inventur-Sicht: eigenes Lager plus Amazon-FBA-Bestand (der Lieferant füllt ja dein gesamtes Inventar auf). Nur das Sperrlager (defekte Ware, Qualitätsprüfung) zählt nicht — die Ware ist nicht verkäuflich.
- Im Zulauf = offene Mengen aus Lieferantenbestellungen (bestellt minus bereits empfangen).
- Auf Einkaufsliste = was du für diesen Lieferanten schon gesammelt hast.
Mindestbestellmenge (MOQ): Ist beim Lieferanten-Artikel eine Mindestbestellmenge hinterlegt und liegt der Bedarf darunter, hebt Flowkom den Vorschlag auf die Mindestmenge an (Bedarf 60 bei MOQ 100 → Vorschlag 100). Liegt der Bedarf darüber, bleibt er stehen (Bedarf 150 → 150) — die Mindestmenge ist keine Verpackungseinheit. Wurde angehoben, zeigt die Zeile ein MOQ-Badge, damit du siehst, warum die Zahl höher ist als der rechnerische Bedarf.
Material und Produktion
Mit der Produktion kommt ein zweiter Verbrauch dazu: das, was Fertigmeldungen abbuchen.
- Material zählt nur seine Abbuchungen in Fertigmeldungen — es steht in keinem Kundenauftrag. Die Tabelle zeigt dafür „aus Produktion”. Wie Versandverpackungen darf Material ins Minus; das Fehlende kommt auf den Vorschlag, und „Nur Tage mit Bestand” gilt für Material nicht.
- Ein Verkaufsartikel, der auch Zeile einer Zusammensetzung ist (das Poster in der Posterhülse), zählt seine Aufträge plus seinen Verbrauch in Fertigmeldungen — „+ Produktion”.
- Offene Produktionsaufträge (Geplant, In Arbeit) brauchen ihr Material noch. Dieser Restbedarf wird wie offene Kundenaufträge vom verfügbaren Bestand abgezogen und steht klein unter dem Bestand („für Produktion: 31,200 kg”).
Nimmst du eine Fertigmeldung zurück, zählt ihr Verbrauch nicht mehr mit.
Die Spalten im Ergebnis
| Spalte | Bedeutung |
|---|---|
| Akt. Bestand | Gesamtbestand inkl. FBA; der FBA-Anteil steht klein darunter („davon FBA”). |
| Ø Tagesverbrauch | Verkaufte Einheiten pro Tag im Analysezeitraum. |
| Progn. Bedarf | Tagesverbrauch × (Prognosetage + Lieferzeit). |
| Retouren | Die Retourenquote des Analysezeitraums: Wie viele Retouren-Vorgänge gab es im Verhältnis zu den Aufträgen mit diesem Artikel? Darunter steht die Basis („3 von 40”). Ab 10 % wird die Quote gelb, ab 25 % rot markiert — ein Warnsignal, bei diesem Artikel vor dem Nachbestellen genauer hinzuschauen. Die Quote kann über 100 % liegen, wenn zu einem Auftrag mehrere Retouren-Vorgänge erfasst wurden. |
| Im Zulauf / Auf Einkaufsliste | Die Abzugsposten aus der Formel (nur sichtbar, wenn die jeweilige Option aktiv ist). |
| Vorgeschl. Menge | Das Ergebnis — ggf. mit MOQ-Badge. |
Alle Spalten sind sortierbar (Klick auf die Überschrift). Über das Suchfeld filterst du nach Produktname oder SKU.
Vom Vorschlag zur Bestellung
- Nur mit Vorschlag (Haken in der Werkzeugleiste) blendet alle Artikel aus, die nichts brauchen — bei großen Lieferanten wird die Liste damit sofort übersichtlich.
- Wähle einzelne Artikel per Checkbox und klicke Ausgewählte auf Einkaufsliste, oder übernimm mit Alle auf Einkaufsliste jeden Artikel mit Vorschlag größer 0.
- Unter der Tabelle siehst du die Zusammenfassung inkl. Σ vorgeschlagene Menge — die Gesamtstückzahl, die auf die Einkaufsliste gehen würde.
- Aus der Einkaufsliste erstellst du anschließend die eigentliche Lieferantenbestellung.
Artikel dauerhaft ausschließen
Das Augen-Symbol am Zeilenende nimmt einen Artikel für diesen Lieferanten dauerhaft aus dem Vorschlag (z. B. Auslaufartikel oder Artikel, die du bewusst manuell bewirtschaftest). Reaktivieren kannst du ihn jederzeit über die Lieferanten-Zuordnung im Produktdetail (Checkbox „Aus Bestellvorschlag ausschließen” entfernen).
Gut zu wissen
- „Vorgeschlagene Menge 0” heißt: ausreichend bevorratet. Bestand + Zulauf + Einkaufsliste decken den Prognosebedarf bereits.
- Fehlermeldung „Datenabruf fehlgeschlagen”: Flowkom bricht die Berechnung bewusst komplett ab, wenn eine der Datenquellen (Bestand, Zulauf, Einkaufsliste) nicht geladen werden konnte — lieber gar kein Vorschlag als ein falscher mit zu hohen Mengen. Einfach erneut berechnen; bleibt der Fehler, den Support informieren.
- Der Vorschlag ist eine Empfehlung auf Basis der Vergangenheit. Saisonspitzen, geplante Aktionen oder Preisänderungen kennt er nicht — die Retouren-Spalte und dein Bauchgefühl gehören mit dazu.