Kanäle & Steuerbehandlung
Die folgenreichste Einstellung in Billkom: ob für einen Verkaufskanal überhaupt ein Beleg entsteht — und wer die Umsatzsteuer abführt.
Falsch gesetzt merkst du es beim Kunden. Zu viel eingestellt: Der Kunde bekommt eine Rechnung von dir und eine vom Marktplatz. Zu wenig: Es gibt gar keinen Beleg. Beides fällt oft erst Wochen später auf.
Die vier Modi
Unter Einstellungen → Billkom → Kanäle, je Kanal einzeln:
| Modus | Was passiert |
|---|---|
| Billkom berechnet | Billkom erstellt die Rechnung und weist die Steuer aus — der Normalfall für den eigenen Shop |
| Marktplatz führt USt ab | Der Marktplatz stellt den Beleg → Billkom erzeugt keinen |
| Keine Belege | Für diesen Kanal entsteht überhaupt kein Beleg |
| Interne Abrechnung | Zahlungsbeleg mit 0 % und Rechtshinweis — ausdrücklich keine Rechnung |
„Marktplatz führt USt ab” heißt nicht „Rechnung mit 0 %”. Es heißt: gar keine Rechnung. Eine 0-%-Rechnung wäre falsch — sie würde einen steuerfreien Umsatz behaupten, den es nicht gibt. Wer den Unterschied ignoriert, produziert genau den Fehler, den dieser Modus verhindert.
Wie Billkom entscheidet
Die Einstellung wird von fein nach grob aufgelöst:
Marktplatz-Kanäle (Otto, Kaufland, eBay — auch wenn sie über Shopify hereinkommen):
- Regel für den konkreten Verkaufskanal
- Sonst: Standard der Integration
Webshop und übrige Kanäle:
- Webshop-Standard, falls gesetzt
- Sonst: Standard der Integration
Warum das so fein aufgelöst wird: Otto-, Kaufland- und eBay-Bestellungen laufen bei vielen Betrieben über Shopify herein — technisch sind es Shopify-Aufträge, wirtschaftlich Marktplatzgeschäfte mit ganz anderer Steuerbehandlung. Eine Einstellung pro Integration wäre zu grob und würde entweder dem Webshop die Rechnungen nehmen oder den Marktplätzen doppelte bescheren.
Ein nicht gesetzter Webshop-Standard überstimmt den Integrations-Standard nicht. Wer bisher „keine Belege” eingestellt hatte, bekommt nicht plötzlich Rechnungen, nur weil eine neue Einstellung dazukam.
Weitere Einstellungen je Kanal
- Standard-Absenderland — z. B. Deutschland oder Österreich; Grundlage der Steuerbestimmung
- Standard-Zahlungsart — bei Marktplätzen typischerweise Marktplatz
- Automatisch als bezahlt markieren — sinnvoll, wo der Marktplatz das Geld ohnehin einzieht; sonst stehen die Belege dauerhaft als offene Posten
Belegversand an Kunden
Getrennt von der Belegerstellung steht die Frage, ob Flowkom den Beleg an den Kunden verschickt.
Standardmäßig aus, und zwar kanalscharf. Marktplätze verschicken ihre Belege selbst; ein zweiter Versand von dir verwirrt und wirkt unprofessionell. Schalte den Versand gezielt für die Kanäle ein, bei denen du wirklich versenden willst.
Das Hochladen der Rechnung in den Marktplatz ist davon unberührt und wird in der jeweiligen Integration eingestellt: Amazon, Kaufland, Otto.
Einrichtung prüfen
Geh die Liste einmal Kanal für Kanal durch und beantworte für jeden zwei Fragen:
- Stellt der Marktplatz die Rechnung selbst? → Marktplatz führt USt ab
- Zieht der Marktplatz das Geld ein? → automatisch als bezahlt aktivieren
Der beste Test ist eine echte Bestellung je Kanal: eine auslösen und im Auftragsverlauf nachsehen, welcher Beleg entstanden ist — oder eben keiner.
Häufige Fragen
Mein Kunde hat zwei Rechnungen bekommen. Der Kanal steht auf Billkom berechnet, obwohl der Marktplatz selbst abrechnet. Umstellen auf Marktplatz führt USt ab. Bereits erstellte Rechnungen stornieren.
Für Otto-Bestellungen entsteht gar kein Beleg. Dann steht der Kanal auf Keine Belege oder Marktplatz führt USt ab. Prüfe zuerst, ob Otto in deiner Konstellation tatsächlich die Steuer abführt — falls nicht, gehört der Kanal auf Billkom berechnet.
Was ist der Unterschied zwischen „Keine Belege” und „Marktplatz führt USt ab”? Praktisch entsteht in beiden Fällen keine Rechnung. Fachlich ist Marktplatz führt USt ab die richtige Angabe, wenn der Marktplatz die Steuer schuldet — dieser Modus kann eine interne Abrechnung als Zahlungsbeleg erzeugen. Keine Belege ist der stumpfe Aus-Schalter.
Die Marktplatz-Bestellungen kommen über Shopify — welche Einstellung greift? Die Regel für den konkreten Verkaufskanal, nicht die der Shopify-Integration. Genau dafür ist die kanalscharfe Auflösung da.